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Neues aus der Bücherwelt.

Meistens finde ich meinen Aushilfsjob super, aber oft kann ich es auch gar nicht fassen, wie manche Verlage ihre Bücher an den Mann bringen wollen. Möglicherweise liegt es an mir, da ich generell eine Abneigung gegen hochtrabende Literatur habe. Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich lese ich gerne, sonst könnte ich auch wohl kaum Literaturwissenschaft studieren unf für einen Bibliotheksdienst arbeiten, aber bei (pseudo-)intellektuellem Geschwafel biegen sich mir die Fußnägel hoch. Möglicherweise bin ich selbst dafür nicht intellektuell genug, letztendlich spielt das aber keine Rolle. Die Tatsache bleibt. Ich mag es einfach nicht.

Das Problem beim ebensolcher Literatur ist dann eben auch, dass die Inhaltsangaben oder auch Klappentexte in einer ebenso bedeutungsschwangeren Sprache verfasst sind. Und ich muss das dann abtippen. Manchmal ist das ein hartes Los. Mein Highlight bislang:

„Yuri Herreras Roman ist von spröder Eleganz und intensiver Poesie. Wie Juan Rulfo erzielt er eine halluzinierende Klarheit, die den existentiellen Konflikt zwischen Nord und Süd nicht beschreibt oder deutet, sondern ihm zum ersten Mal eine neue Sprache gibt, scharf und funkelnd wie ein Messer aus Obsidian, klar wie das Licht über dem Wüstensand.“

[Über: Yuri Herrera – Abgesang des Königs (erscheint im März)]

Vielleicht bin ich die einzige, die sich an der spröden Eleganz stört. Aber vielleicht hab ich auch einfach nur keine Ahnung, schließlich weiß ich nicht einmal wer Juan Rulfo ist. (Wikipedia sagt, er war ein mexikanischer Schriftsteller… ich Banause.)

In der Kategorie „Kuriosester Buchtitel“ ist der Sieger:

vom Umhalsen der Sperlingswand, oder 1 Schumannwahnsinn

[geschrieben von Friederike Mayröcker]

Über die Qualität der Bücher sagt das natürlich überhaupt nichts aus. Auf keinen Fall würde es mir einfallen, ein Buch nach seinem Cover zu beurteilen. Aber abschreckend wirkt es auf mich schon.

Verwundert dreingeblickt habe ich auch, als ich ein Buch entdeckte, dessen Buchcover mit Augmented Reality ausgestattet ist. Diese ist nur mit Smartphone oder Webcam sichtbar. Einen netten Bericht über Augmented Reality gibt es beim Spiegel.

Als Web 2.0-User einerseits und als Bücherfreund andererseits fand ich auch die Idee der „Twitteratur“ ganz niedlich:

Twitter und Weltliteratur – passt das zusammen? Den Beweis dafür treten Alexander Aciman und Emmett Rensin an, die den Versuch wagen, 60 große Werke im Twitter-Format neu zu erzählen. Von Beowulf bis Frankenstein, von Homer bis Oscar Wilde und von Kafka bis Kerouac: Verpackt in 140-Zeichen-Tweets lässt sich Literaturgeschichte überraschend zeitsparend genießen. Und nebenbei machen die witzigen Neuinterpretationen Lust darauf, den einen oder anderen Klassiker mal wieder in die Hand zu nehmen. Ein Geschenk nicht nur für Twitter-Fans!

Und zum Schluss noch ein kleines Video zu Lane Smiths „Das ist ein Buch!“, welches im Februar auch als – na, als was wohl? – Buch auf deutsch erscheint.

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