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That was Halloween.

Ja, genau, dieses sinnlose keltisch-heidnische Volksfest, das in Amerika erfunden wurde. Ich liebe es. Und es ist mir egal, wenn Menschen es verteufeln, weil es kein „deutsches Brauchtum“ ist. Stillstand ist der Tod. Und auch Brauchtum entwickelt sich. Hört bitte auch auf, den Kindern etwas vom Weihnachtsmann zu erzählen, denn der wurde von Coca-Cola erfunden*. Und lasst zukünftig den Osterhasen aus dem Spiel, denn der hat sich auch erst im 20. Jahrhundert etabliert.

Oder: Lasst doch einfach allen ihren Spaß! Die Kommerzialisierung des Valentinstags finde ich selbst auch eher unsinnig, aber ganz ehrlich: Ich find es schöner, an einem „vorgegebenen“ Tag Blumen geschenkt zu bekommen, als nie.

Halloween feiere ich mit Unterbrechung seit etwa zwölf Jahren mehr oder weniger ausschweifend. Als junges Mädchen feierte ich mit Freundinnen Pyjamapartys bei denen wir uns Horrorfilme ansahen und seit einigen Jahren geh ich regelmäßig an Halloween in meine Stammdiskothek und das meistens sogar verkleidet, wenn auch nicht unbedingt in gruseliger Manier. Vor zwei Jahren gingen mein Exfreund und ich als Jack und Sally aus „Nightmare Before Christmas“ und im letzten Jahr als Batman und Robin, was wirklich unglaublich cool war.

Dieses Jahr war Halloween sogar noch etwas ausschweifender, da ich genau genommen zwei Tage lang gefeiert hab.


Los ging es am Sonntag, denn da war ich mit zwei Freunden im Movie Park Germany. Und ich liebe den Movie Park. Letztes Jahr verbrachte ich dort einen der besten Tage meines Lebens, als wir beim Star Wars-Tag dort waren (den ich dieses Jahr wegen Unwissenheit verpasst habe). Der Ausflug begann allerdings mit Komplikationen, denn die Uhr wurde in der Nacht umgestellt und nicht alle Beteiligten waren sich dessen bewusst. Der Vorteil war allerdings, dass wir mehr Zeit hatten als angenommen und so sehr entspannt die Reise nach Bottrop antreten konnten.

Der größte Enttäuschung des Tages haben wir dann gleich am Anfang hinter uns gebracht: die neueste „Achterbahn“ des Movie Park, „Van Helsing’s Factory“. Wir haben zwar nicht ganz so ewig lang angestanden, wie die Besucher, die sich erst nachmittags anstellten (Wartezeit bis zu 4 Stunden!), aber dennoch länger als an allen anderen Attraktionen und es hat sich leider überhaupt nicht gelohnt.

Ein persönliches Highlight war, dass ich mich auf den Free Fall Tower getraut habe. Einen freien Fall erlebt man zwar auch im Mystery Castle im Phantasialand, aber da ist es dunkel, und so weiß man gar nicht, worauf man sich einlässt. Der High Fall steht frei mitten im Park und die Fahrt geht ganz langsam nach oben, so dass man genügend Zeit für ein paar letzte Gebete hat. Sobald man oben angekommen ist, kippen die Sitze auch noch ein Stück nach vorne, so dass man (falls man nicht schon längst in Panik die Augen geschlossen hat) gar nicht anders kann, als nach unten zu sehen. Nach einer kurzen Ruhe vor dem Sturm wird man dann ausgeklinkt und rast die 60 Meter wieder hinunter. Wie manche es geschafft haben, in der kurzen Zeit zu schreien, kann ich mir nicht erklären. Ich bekomme jetzt noch Herzklopfen, wenn ich daran denke, und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es nochmal machen würde, denn ich hatte vor Angst schweißnasse Hände.

Der eigentliche Grund für unseren Besuch war natürlich das Halloween Horror Fest. Zu diesem Anlass ist der Park schön gruselig dekoriert und es gibt zusätzliche Attraktionen: die Mazes. Zum Glück haben die aufgrund der hohen Besucherzahlen früher geöffnet, denn sonst hätten wir sicher nicht alle geschafft, die wir wollten. Das Deathpital haben wir von vornherein ausgeschlossen, da ich sowieso eine Krankenhausphobie habe und mir das nicht antun wollte.

Unser erstes Maze des Tages und auch das erste überhaupt, weil nie einer von uns beim HHF war, war der Circus of Freaks. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es vielleicht ganz gut war, dass es noch nicht dunkel war. Direkt zu Beginn wurde ich von meiner Begleitung getrennt, denn ich „durfte“ noch hinein, meine Freunde aber nicht. Der Horrortrip begann also damit, dass ich alleine im ersten Raum stand, als ein riesiger Affe auf mich zukam. Und mich nicht vorbei ließ. Und auch nicht wieder zurückließ. Und mich in eine Ecke drängte. Als meine Freunde dann auch reindurften, hab ich um Hilfe gerufen, aber die waren selber total perplex. Irgendwie bin ich dann dadurch geschlüpft und weiter ging es vorbei an weiteren Affen, verrückten Clowns und sonderlichen Kreaturen, die einen erschreckten, anfassten und anschrien.  Richtig gut gemacht auf jeden Fall!

In weiteres Maze hatte ein „Best-Of“ aus Horrorfilmen in sich vereint. Was hab ich mich erschreckt, als in einem Raum, der nur durch Stroboskoplicht erhellt wurde, plötzlich Samara aus „The Ring“ auftauchte. Whuaaa! Am schlimmsten war jedoch, als ich mal wieder alleine in einem Raum war, und eines der Monster auf mich zu kam, ganz nah und mich anknurrte: „LAUF!“ Und wenn dir so einer sagt „Lauf!“, dann läufste.

Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass diese Mazes eine Altersbeschränkung von 16 Jahren haben. Zurecht. Allerdings waren wir auch in einem Maze, das ab 12 freigegeben war und das war ehrlich gesagt nicht viel weniger gruselig. Da haben die Monster einen allerdings eher gekitzelt und sahen nicht ganz so schrecklich aus.

Ich werde auf jeden Fall mal wieder Halloween in den Movie Park fahren, aber eher nicht an den Hauptbesuchstagen am 29./30./31. Oktober, denn es war eindeutig zu viel los, auch auf den Wegen durch den Park, das hat die Stimmung doch etwas gedämpft.

Am 31. habe ich mich dann am frühen Abend erst einmal eingestimmt, in dem ich zum wiederholten Male „Scream“ angesehen habe. Kurze Zeit später ging es dann auch schon ans fertig machen, zum Ausgehen und ich musste mal wieder extrem viel improvisieren. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich in diesem Jahr früher um das Kostüm zu kümmern, war ich mal wieder reichlich spät dran. Ich hatte zwar etwa zwei Wochen vorher schon beschlossen, als was ich gehen würde (lange vor dem „Circus of Freaks“) und auch schon einmal meine Maskerade „geübt“, aber ich wusste noch nicht so genau, was ich anziehen würde. Ein großer Helfer an diesem Abend war mein Isolierband, denn damit habe ich eine Sträflingshose eines alten Kostüms in eine Pumphose umgewandelt und außerdem Lackballerinas, die mir ein gutes Stück zu groß waren, einfach festgeklebt. Das Schminken dauerte sehr lange, viel länger als bei der Probe, weil ich Angst hatte, Fehler zu machen. Natürlich habe ich deshalb viel mehr Fehler gemacht als beim ersten Versuch. Außerdem habe ich mir die Haare blau eingesprüht, was ich mir auch einfach hätte sparen können, da man das auf meinen dunklen Haaren in der dunklen Diskothek sowieso nicht sah. Aber es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht und auch, wenn das Freigetränk den Aufwand eigentlich nicht rechtfertigt, werd ich das nächstes Jahr auch wieder so machen. Ich war jedenfalls schwer begeistert, dass mich an dem Abend kaum jemand erkannt hat.


*Zugegeben, „erfunden“ hat Coca-Cola den Weihnachtsmann nicht, aber zumindest verbreitet. Zu uns nach Hause kam damals noch das Christkind, das möglicherweise ein bisschen mehr mit dem wahren Geist der Weihnacht zu tun hat, als ein dicker Mann mit Bart.

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